Die jubelnde IHK Lübeck und diverse Landespolitiker wünschen mehr Dänischkenntnisse im Lande. Eine bemerkenswerte Idee!! Könnte dieser illustre Kreis die eigene Forderung allerdings bereits selber erfüllen, würden etliche Wachstumsillusionen der Fehmarnbeltregion gewaltig ins Wanken geraten.

So könnte man zum Beispiel jüngsten dänischen Quellen entnehmen ,dass sich in den letzten Jahren die moderne Industrie von Kopenhagen nach Jütland verlagert hat.So kommen industrielle Exportgüter heutzutage zu 75%  aus diesem Landesteil. Deshalb fahren heutzutage auch keine Güterzüge mehr über die Fehmarnbeltstrecke sondern nur noch über Flensburg. Auf dieser noch nicht einmal ausgelasteten Strecke fahren zur Zeit  80 Güterzüge täglich zwischen Hamburg und Dänemark.Um eine neu zu bauende Fehmarnbeltstrecke überhaupt rentabel zu machen müsste man die wachsende Exportindustrie Jütlands zwingen,einen Umweg von 160 km über den Fehmarnbelt zu akzeptieren.Wo bleiben da unsere rechnenden hanseatischen Kaufleute? Sind in diesem Fall die drohenden Verluste in Sachen  Tourismusindustrie Ostholstein und auch im Fährverkehr realistisch  einkalkuliert? Selbst 10.000 erhoffte Tagesfahrzeuge im Dänemarkverkehr auf einer kostenpflichtigen Mautstrecke sind eine reine Wunschvorstellung. Zur Zeit zählt man sogar unter 5000  Fahrzeuge auf den Fähren. Nur ohne Mautgebühren lässt sich der  Verkehr ernsthaft steigern. Der Herrentunnel lässt hier grüssen! In diesem Fall gelten sogar 17.000 Fahrzeuge täglich noch als unrentabel.Mit diesen Zahlen kann man in Bargteheide nicht einmal eine Umgehungsstrasse beantragen.

Unter Berücksichtigung dieser Fakten fürchte ich  werden wir nicht alle bald ein bisschen dänisch sondern könnten uns in Zukunft eher ein bisschen dämlich vorkommen.

Med venlig hilsen til Danmark

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